All Areas Vol. 354 - 10 Tipps fürs Reeperbahn-Festival
425 Acts aus 44 Ländern: Ab heute gibt es beim Reeperbahn Festival wieder die maximale Überforderung. Im Vergleich zu den Vorjahren ist mein Terminkalender erstaunlicherweise übersichtlich, zumindest was Konzerte angeht. Ein paar Highlights habe ich in dieser Playlist zusammengefasst, den Rest gilt es schließlich noch zu entdecken.
Zunächst wären da Maria Iskariot. Gesehen habe ich die belgische Punkband mit Hang zu 90s-Alternative-Rock mindestens fünf Mal – und kein einziges Mal haben sie enttäuscht. Spät nachts im Molotow könnten sie aber nochmal einen draufsetzen. Ähnlich verliebt in die 90er, aber eher auf der Grunge-Seite mit Nirvana-Nostalgie sind Headsend aus Byron Bay, Australien. Eine Band, die schon vor den ersten Songveröffentlichungen vor mehreren Zehntausend als Support von Tool und AC/DC auf der Bühne stand. Ebenfalls im Molotow gilt es zu beweisen, ob sie dem kleinen Hype gerecht werden.
Weniger vergangenheitsverliebt scheint Karen Dió mit ihrem poppigen Riot-Grrrl-Punk, der aus einer cleanen, aber fetten Produktion schöpft. Zuletzt begleitete sie Ecca Vandal, als beide als Support Limp Bizkit begleiteten. Dió darf am Mittwochabend im Uebel & Gefährlich ran.
All Areas Playlist Vol. 354 bei Youtube
Gans habe ich schon Anfang des Jahres beim Eurosonic sehen können. Wobei sehen, wäre zu viel. Eher hören. Denn der Raum im Oosterpoort war so überfüllt, dass ich höchstens die Frisuren der beiden Birminghamer erspähen konnte. Dafür haben Gans das stocksteife Branchenpublikum mit ihrem überdrehten 80s-Dance-Punk förmlich in Ekstase versetzt. Kaum auszumalen, was das Duo im Molotow vollbringt. Ähnlich tanzbar und in einem ähnlichen Sound zuhause sind Fat Dog, die schon längst keine Newcomer mehr sind und sich zumindest in Großbritannien einen Namen machen konnten. Wie fast jede Band aus der Brixtoner Windmill-Szene…
All Areas Playlist Vol. 354 auf Deezer
Etwas überraschend: So viele deutschsprachige Punkbands wie dieses Jahr gab es schon ölange nicht mehr. Deutsch singen ja vor allem die langweiligen Indiepop-Acts. Quarter-Life-Crisis-Geschrammel von Anda Morts, Schlumas Hamburger-Schule-Interpretation für Studienabbrecher, “Cybergrunge” – was auch immer das sein soll – von Die Cigaretten und Müde, die am liebsten übers Rauchen singen. Letztere spielen allerdings nicht im offiziellen Rahmen, sondern am Mittwoch im Haus 73 bei einer Veranstaltung von IBB Booking.
Playlist Vol. 354 auf Spotify
Ein Guilty Pleasure und sicher keine Neuentdeckung ist Post-Disco-Schnauzbart Donny Benét aus Sydney, der Italo-80er-Chic mit Synthie-Pop und viel Selbstironie darbietet.
Noch mehr All Areas Playlisten sowie unsere “Draußen”- und “Best New Songs”-Playlisten findet ihr unter visions.de/playlists. Und wer noch mehr hören möchte, sollte in unseren Podcast “Der Soundtrack meines Lebens” reinhören.
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