Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre kann jetzt kostenlos gestreamt werden

In die Sonne schauen ist schwer greifbar, sperrig, unheilvoll und überragend gut. Wir haben ihn in die Top 5 der besten Filme des letzten Jahres gewählt und in Cannes wurde er mit dem Jury-Preis ausgezeichnet. Internationale Kritiker:innen lieben ihn ebenfalls. Aber die Free TV-Premiere dieses Films aus Deutschland fiel in Deutschland auf einen wirklich undankbaren Termin.
Ihr konntet euch den spröden Mix aus Familiendrama, surrealistischem Horrorfilm und Gesellschaftsstudie nämlich in der Nacht vom Montag, dem 14. September auf Dienstag, den 15. September ab 0:05 Uhr bei ZDF anschauen. Jetzt ist der Film auch ohne Zusatzkosten in der ZDF-Mediathek abrufbar, ansonsten könnt ihr ihn aber auch bei diesen Anbietern online streamen.
Jetzt online streamen: Darum geht's in In die Sonne schauen
Mascha Schilinskis Epos erstreckt sich über viele Jahre und vier Generationen, bleibt räumlich aber einem Bauernhof in der Altmark in Sachsen-Anhalt verbunden. Was wir hier erleben, ist eine Art die Zeiten überdauernde Gleichzeitigkeit und das Leben von vier verschiedenen jungen Mädchen und Frauen.
Alma (Hanna Heckt) lebt in den 1910er Jahren auf dem Bauernhof zur Zeit des auslaufenden Kaiserreichs. Erika (Lea Drinda) bekommt in den 1940er Jahren das Ende des Zweiten Weltkrieges mit, während Angelika (Lena Urzendowsky) in den 1980er Jahren die DDR erlebt. Last, but not least gibt es auch noch die kleine Nelly (Zoë Baier), die ihren Eltern dabei zusieht, wie sie den Hof in den 2020er Jahren wieder aufmöbeln.
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In die Sonne schauen ist ein Meisterwerk, aber der Sendetermin der Free TV-Premiere ein Verbrechen
Was die vier Leben verbindet, ist schwer zu greifen, genau wie der ganze Film selbst. Er spielt auf der gesamten Gefühls-Klaviatur, blickt aber mit Vorliebe in die Dunkelheit, erschüttert mit dem Tod und setzt stellenweise auf mehr als nur unbehagliche Horror-Elemente. Eigentlich geht es in dem unglaublich schönen und erschreckenden Stück Filmkunst aber um Sterblichkeit, den Krieg, Familie, Religion und vieles mehr.
Das ist keine leichte Kost, sondern teils assoziativ bis dissoziativ, zieht keine Grenzen zwischen (Tag-)Träumen, Erinnerungen und Geisterhaftem, bildet vor allem aber ein starkes, die Zeit transzendierendes Drama. Auf jeden Fall aber ein Film, der einen viel besseren Sendetermin für seine Free TV-Premiere verdient hat, als unter der Woche mitten in der Nacht versauern zu müssen.



