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Kino 14.09.2026

Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre wird mit der Free-TV-Premiere komplett verbrannt

Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre wird mit der Free-TV-Premiere komplett verbrannt
Dieser Film hätte für seine Free TV-Premiere einen ganz anderen Slot verdient, als an einem Montagabend kurz nach Mitternacht ausgestrahlt zu werden.

In die Sonne schauen ist schwer greifbar, sperrig, unheilvoll und überragend gut. Wir haben ihn in die Top 5 der besten Filme des letzten Jahres gewählt und in Cannes wurde er mit dem Jury-Preis ausgezeichnet. Internationale Kritiker lieben ihn ebenfalls. Aber die Free TV-Premiere dieses Films aus Deutschland fällt in Deutschland auf einen wirklich undankbaren Termin.

Ihr könnt euch den spröden Mix aus Familiendrama, surrealistischem Horrorfilm und Gesellschaftsstudie nämlich in der heutigen Nacht vom Montag, dem 14. September auf Dienstag, den 15. September ab 0:05 Uhr bei ZDF anschauen. Danach dürfte der Film auch in der ZDF-Mediathek landen, ansonsten könnt ihr ihn aber auch bei diesen Anbietern online streamen.

Heute große Free TV-Premiere: Darum geht's in In die Sonne schauen

Mascha Schilinskis Epos erstreckt sich über viele Jahre und vier Generationen, bleibt räumlich aber einem Bauernhof in der Altmark in Sachsen-Anhalt verbunden. Was wir hier erleben, ist eine Art die Zeiten überdauernde Gleichzeitigkeit und das Leben von vier verschiedenen jungen Mädchen und Frauen.

Alma (Hanna Heckt) lebt in den 1910er Jahren auf dem Bauernhof zur Zeit des auslaufenden Kaiserreichs. Erika (Lea Drinda) bekommt in den 1940er Jahren das Ende des Zweiten Weltkrieges mit, während Angelika (Lena Urzendowsky) in den 1980er Jahren die DDR erlebt. Last, but not least gibt es auch noch die kleine Nelly (Zoë Baier), die ihren Eltern dabei zusieht, wie sie den Hof in den 2020er Jahren wieder aufmöbeln.

  • Zum Weiterlesen: In die Sonne schauen erklärt: So versteht ihr alle Zeitebenen, Familienbeziehungen und das Ende

In die Sonne schauen ist ein Meisterwerk und die Sendezeit der Free TV-Premiere ein Verbrechen

Was die vier Leben verbindet, ist schwer zu greifen, genau wie der ganze Film selbst. Er spielt auf der gesamten Gefühls-Klaviatur, blickt aber mit Vorliebe in die Dunkelheit, erschüttert mit dem Tod und setzt stellenweise auf mehr als nur unbehagliche Horror-Elemente. Eigentlich geht es in dem unglaublich schönen und erschreckenden Stück Filmkunst aber um Sterblichkeit, den Krieg, Familie, Religion und vieles mehr.

Das ist keine leichte Kost, sondern teils assoziativ bis dissoziativ, zieht keine Grenzen zwischen (Tag-)Träumen, Erinnerungen und Geisterhaftem, bildet vor allem aber ein starkes, die Zeit transzendierendes Drama. Auf jeden Fall aber ein Film, der einen viel besseren Sendetermin für seine Free TV-Premiere verdient hat, als unter der Woche mitten in der Nacht versauern zu müssen.

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